Das Przewalski

 

Das Przewalski (auch Takhi, Asiatisches Wildpferd oder Mongolisches Wildpferd) ist die einzige Wildpferdeart, die in ihrer Wildform überlebt hat und stellt im übertragenen Sinne das Bindeglied zwischen frühesten Pferdeformen und unserem heutigen Hauspferd dar. Es darf aber nicht als direkter Vorfahr angesehen werden. Der letzte gemeinsame Vorfahre soll genetischen Studien zufolge 160.000 Jahre zurück liegen, also in einer Zeit lange vor der Domestizierung des Hauspferdes.  

 

Das Przewalski lebte in prähistorischer Zeit in den europäischen und zentralasiatischen Steppen östlich des 40. Längengrades. Seit dem 19. Jahrhundert dezimierte sich sein Vorkommen auf die Mongolei und die Gebiete in der Nähe der Wüste Gobi.

Als Kulturflüchter wurde es nicht nur durch die wachsende Zahl an Viehherden verdrängt, sondern durch die in seiner Heimat lebende Bevölkerung bis an den Rand seiner Ausrottung bejagt.

 

1879 wurde das Wildpferd durch den Landvermesser und Geheimagenten des zaristischen Russlands Nikolai Michailowitsch Prschewalski „wiederentdeckt“. Er brachte Haut und Schädel dieser wissenschaftlich noch nicht beschriebenen Pferde nach St. Petersburg mit. Beschrieben wurde es anschließend durch den Zoologen Poljakow, der es auch nach Przewalski benannte.

 1969 wurde das letzte wild lebende Przewalski gesehen. Durch Sammler seltener Tiere und Pflanzen, sowie Zoos, die Przewalskis hielten, wurde es in Gefangenschaft weitergezüchtet und auf diese Weise „am Leben“ erhalten. Ende des zweiten Weltkrieges gab es nur noch 12 Tiere, auf die der gesamte heutige Bestand zurück geht.

 

Das Przewalski weist eine Reihe besonderer Merkmale auf. Es besitzt im Vergleich zum Hauspferd 66 statt 64 Chromosomen und hat eine dichte, harte Stehmähne fast ohne Schopf. Die falbfarbenen Pferde haben dunkle Beine, die oftmals eine Zebrierung aufweisen, einen Aalstrich und häufig ein Schulterkreuz. Die Haare am Schweifansatz sind kurz, ähnlich wie bei einem Esel, und zum Schweifende hin lang und grob. Am Bauch, um die Augen und das Maul ist das Fell heller. Der Rücken ist gerade ohne erkennbaren Widerrist. Insgesamt wirkt das Przewalski gedrungen mit einem kurzen, dicken Hals und einem großen, kastenförmigen Kopf.

Selbst in Gefangenschaft bleibt das Mongolische Wildpferd aggressiv und ungestüm.